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Autor Thema: Verstaatlichung der Banken und Konzerne - der richtige Weg??  (Gelesen 2561 mal)
Rotfuchs79
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« am: Dienstag, 05. Mai 09, 13:11 »

Meiner Meinung nach ganz klar: NEIN!
Denn die Banken und Konzerne haben sich den Staat längst untergeordnet, der Staat ist längst zu ihrem willenlosen Instrument geworden. Das bedeutet, dass auch in staatlichen Betrieben die Beschäftigten ausgebeutet werden und dass der Gewinn aus den öffentlichen Einrichtungen nicht dem Volk zu gute kommen werden. Ganz im Gegenteil: Wenn Opel jetzt verstaatlicht werden würde, müsste die Ausbeutung nur noch stärker zunehmen, damit das Unternehmen im Konkurrenzkampf zu anderen noch bestehen kann.
Eine Verstaatlichung ist erst sinnvoll, wenn der Staat nicht mehr von den Kapitalisten geleitet wird, wenn ihre Macht gebrochen ist und die Arbeiterklasse die Macht im Staat ist. Vorher definitiv nicht.
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Dresner
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« Antworten #1 am: Dienstag, 05. Mai 09, 13:50 »

Lieber Rothfuchs 79
Im Staat widerspiegelt sich das gesellschaftliche Kräfteverhältnis, darum ist die Frage differenzierter zu betrachten. Wir müssen sehen, wem die Verstaatlichung nutzt und wie sie aussehen soll. Verstaatlichung ja, wenn darüber ein Nutzen für die Mehrheit der Bevölkerung zu erreichen ist und das setzt eine starke linke Mehrheit im Parlament sowie starke Gewerkschaften in den Betrieben voraus.

Beste Grüße
Uwe
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Rotfuchs79
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« Antworten #2 am: Dienstag, 05. Mai 09, 22:15 »

Das gesellschaftliche Kräfteverhältnis sieht aber so aus, dass die Kapitalisten die Alleinherrschaft im Staat sind und von ihrem Herrschaftsgebiet nichts freigeben werden. Sie diktieren dem Staat die Gesetze. Und der Staat ist mit den großen Unternehmerverbänden stark verflochten. Und dieses System funktioniert nicht nur in Deutschland so sondern in jedem Staat. Ständig findet auch zwischen den Führungsetagen der herrschenden Parteien und den Konzernchefetagen ein Austausch der Führungskräfte statt.
Karl Marx hat richtig festgestellt dass der Staat immer das Unterdrückungsinstrument der herrschenden Klasse ist und nicht über den Klassen schwebt. Daher ist es eine Illusion, Staat und herrschende Klasse von einander zu trennen.
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ralf
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« Antworten #3 am: Mittwoch, 06. Mai 09, 08:31 »

Vergleicht man Stadtwerke und z.B. RWE, sieht man, dass auch in den Stadtwerken nicht alles toll ist. Dennoch hat das Volk bei Stadtwerken bessere Einflussmöglichkeiten. Das gilt natürlich vor allem dann, wenn die städtischen Vertreter auch Einfluss im Sinne des Volkes ausüben wollen. Aber auch wenn nicht: ohne das Geld von den Stadtwerken wäre der ÖPNV in Münster teurer und/oder schlechter.

Ähnliches gilt auf größerer Ebene: ansonsten bräuchten wir nicht gegen die Privatisierung der Bahn zu kämpfen. Das bedeutet natürlich, dass die Bahn in öffentlicher Hand (Mehdorn!) im Sinne des Volkes geführt wurde. Aber sie hätte so geführt werden können. Wenn es aber mehr öffentliches Eigentum bei öffentlichen Gütern gibt, brauchen wir "nur" noch um die entsprechenden Mehrheiten zu kämpfen. Wenn diese Güter aber privatisiert sind, nützen uns auch entsprechende Mehrheiten nicht.
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Dresner
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« Antworten #4 am: Freitag, 18. Dezember 09, 11:45 »

Liebe Genossinnen und Genossen,
im Staat spiegelt sich das gesellschaftliche Kräfteverhältniss, dies sehen wir in den Parlamenten sehr deutlich. Das Kräfteverhältnis zwischen Kapital und Arbeit hat sich in den letzten Jahren zu Gunsten der Wergtätigen und des akademischen Prekariats sowie dem Subproletariat verändert. Dies wird im Rat der Stadt Münster sehr augenscheinlich. Wir haben es in der BRD mit einem schleichenden Transformationprozess zu tun. Es ist zwar noch keine Systemkrise,  die herrschende Klasse mit ihren parlamentarischen Arm, verliert aber zunehmest die geistige Fähigkeit die sozioökonomischen Prozesse zu steuern. Die Radikalisierung und Militarisierung, kurz die zunehmende Gewalttätigkeit in der herrschenden Politik ist Ausdruck dieser Unfähigkeit. Es ist jetzt unsere Aufgabe neue Wege für eine wirtschaftliche und politische Demokratie zu finden. Mit einfachen Forderungen nach Verstaatlichung werden wir dieser Situation nicht gerecht, sie führt in den Stalinismus. Wir brauchen neue Formen der Belegschaftsselbstverwaltung, der "Solidarischen Wirtschaft" (siehe Südamerika) und des solidarischen Unternehmertums.

Beste Grüße von
Uwe
« Letzte Änderung: Freitag, 18. Dezember 09, 12:03 von Dresner » Gespeichert
Iris
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« Antworten #5 am: Freitag, 09. April 10, 19:02 »

Hier ein schöner Film :

Gib mir die Welt plus 5 %

http://www.natural-politics.com/portal/wirtschaft/geldsystem/75-video-gib-mir-die-welt-plus-5.html?utm_source=twitterfeed&utm_medium=twitter

bzw. auch dieser
Wie funktioniert Geld:

http://www.youtube.com/watch?v=9BrLrwbkQWQ


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